Wir ziehen um!

•7. Juli 2009 • Kommentar schreiben

In der Zange bekommt eine neue Heimat und ist ab sofort unter WWW.INDERZANGE.DE zu erreichen. Wir freuen uns auf euch!

Kurz beleuchtet: Family Guy (Staffel 1)

•30. Juni 2009 • 3 Kommentare

family_guy

„Weißt du Mutter. Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel. Man weiß niemals was drin ist. Doch dein Leben ist mehr wie eine Schachtel voller Handgranaten!“

Diese Wochenende durfte während der Zugfahrt (hoch lebe meine Laptop) die 1. Staffel von „Family Guy“ dran glauben. Ich gebe zu, mein Interesse war trotz einzelner Folgen im Fernsehen doch etwas getrübt, weil das Grundgerüst der Serie doch zu sehr an „Die Simpsons“ erinnert. Ein dicker und dummer Vollidioten-Dad, eine im ersten Moment wenig dazu passende Frau und 3 Kinder. Doch nicht nur die Charaktere gestalten sich auf den zweiten Blick um einiges komplexer und differenzierter, auch der Humor, der bei den „Simpsons“ inzwischen mehr als flöten gegangen ist (nach 441 Folgen aber auch verständlich),  ist hier ein ganz besonderer.

Hauptsächlich Peter Griffin und der kleine Stewie haben es mir angetan und ich hab mir sicher einige dumme Blicke im Zug wegen plötzlicher Auflacher gefallen lassen müssen. Klasse Folgen in der jeder Charakter seinen eigenen Handlungsstrang verfolgt und jetzt mal ehrlich, wenn ein kleines grössenwahnsinniges Baby versucht eine Wettermaschine zu bauen, um seinen Brokkoli zu töten, dann kann das nur ein genial sein.

Fazit: „Family Guy“ hat schon einen leichtet Touch „Simpsons“ abbekommen (was aber auf Grund der langen Vergangenheit nicht anders möglich ist ohne komplett das Grundgerüst zu zerstören), aber dennoch genug eigene Ideen um auch in Zukunft als indivuelle Serie bestehen zu können und interessant zu sein.

wertung 8

Dr. House -1.Staffel-

•23. Juni 2009 • 1 Kommentar
house

„Greys Anatomie“, „Emergency Room“, „Nip/Tuck“, „Für alle Fälle Stefanie“ in all den Serien versucht man Medizin mit Dramatik und Story zu verbinden, jedoch bleibt da oft die Medizin im Hintergrund. Nicht so bei „Dr. House“, oder im englischen „House“.

„Dr. Gregory House (Hugh Laurie) ist nicht gerade das, was man einen Halbgott in Weiß nennen könnte. Zwar ist er ein hervorragender Diagnostiker, doch am liebsten würde er mit seinen Patienten gar nicht in Kontakt treten – und Sympathie hält er eher für eine Schwäche. Seine zynischen Bemerkungen verschrecken nicht nur seine Patienten, sondern treiben auch seine Assistenten, den Neurologen Dr. Eric Foreman (Omar Epps), die Immonologin Dr. Allison Cameron (Jennifer Morrison), den Intensivmediziner Dr. Robert Chase (Jesse Spencer), den Onkologe Dr. James Wilson (Robert Sean Leonard) und vor allem seine Vorgesetzte, Dr. Lisa Cuddy (Lisa Edelstein) oft an den Rand der Verzweiflung. Doch House – selbst Opfer einer Fehldiagnose – gibt auch bei den hoffnungslosesten Fällen nicht auf und scheut keine Risiken …“

Was ist nun anders als bei den oben genannten Serien, ganz einfach House selbst. Der Charakter ist so genial geschrieben und von Hugh Laurie gespielt, das er fast den gesamten Reiz ausmacht.

Mit der 1. Folge wird man gleich ins kalte Wasser gestoßen. Zuerst wird man erschlagen vom zynischen House und den vielen medizinischen Fachbegriffen. Doch von Folge zu Folge wird einem House, immer sympatischer (ja kaum zu glauben) und man versteht sein Vorgehen und Verhalten. Auch die Fachbegriffen werden jetzt fast zum gewohnten Umgang und man fühlt sich selbst fast wie ein Diagnostiker, „führen sie sofort die Plasmapherese durch!“. Doch die große Stärke, der Serien ist auch zugleich ein wenig die Schwäche, der Aufbau der Serie. Es wird einem die/der Kranke vorgestellt – der jenige wird eingeliefert – jemand muss House überzeugen, damit er den Fall übernimmt (denn er nimmt nur die wirklich interessanten) – und House rettet ihn. Jedoch darf man sich das Retten nicht so vorstellen wie im üblichen Sinne. Zuerst war ich enttäuscht das es hier nicht nach dem Supermanprinzip abläuft, denn erstaunlicherweise rät Hosue sehr viel bzw. irrt sich sehr oft, was aber nur menschlich ist und genau das ist wieder das spannende an der Serie. Über House und seine Krankheit erfährt man erst sehr spät etwas und auch der Alltag wird erst später durch neue Gegenspieler aufgelockert, trotzdem wird einem nie langweilig.

Fazit: Wer Emergency Room und andere medizinische Serien mochte wird mit Dr. House glaube ich, ein wenig enttäsucht werden, denn die zwischenmenschlichen Drama werden hier eher schnell abgearbeitet und darum liegt das Augenmerk mehr auf der Medizin. Aber wer einen noch zynischeren und fieseren Dr. Cox sehen möchte, der Menschen auf die komischsten Weisen rettet, ist mit der Serie gut bedient und ich denke die 1. Staffel war erst der Anfang einer ganz großen Serie!

wertung 8.5

Review der 2. Staffel folgt in der nächsten Woche.

Kurz beleuchtet: Californication

•23. Juni 2009 • 5 Kommentare

Californication

„I love women. I have all their albums.“

„Californication“ hat mich zuerst nicht so sehr angesprochen, mag das nun an der uninteressant klingenden RTL2 Werbung liegen oder daran, dass ich David Duchovny nach seinem letzten Filmdebakel „Akte X – Jenseits der Wahrheit“ (zwar 1 Jahr nach „Californication“ erschienen, aber egal) einfach die Rolle als männliche Samantha nicht zutraute. Dennoch hab ich mich nach reichlicher Zureden meines Blogkollegen Judge dazu entschlossen, der Serie eine Chance zu geben und violà, es hat sich gelohnt.

„Californication“ stellt sich als durchaus ansprechende Variante eines „Sex and the City“ für Männer (so doof das im ersten Moment auch klingen mag) heraus und ist doch so viel mehr. David Duchovny spielt die Figur des abgewrackten Schriftstellers Hank Moody, der nach der Trennung seiner Frau, die er immer noch liebt, und einem Bestseller Erfolg inklusive Verfilmung mit Tom und Katie, nun vor den Scherben seines Lebens steht. Schreibblockade, Frauenexzesse und der Hang zur Selbstsabotage. Dinge, die Hank Moody auszeichnen und doch ist er im Grunde seines Herzens ein anständiger Kerl.

Die Serie glänzt mit großartigen Charakteren, die wie aus dem Leben gegriffen scheinen, mit Stärken, Schwächen, Fantasien und Abgründen. Übertrieben scheint mir zwar ein bisschen die Vorstellung von einer so extrem sexgeilen Gesellschaft (haltet mich für naiv), wie sie hier dargestellt wird, aber gegen ein wenig mehr nackte Haut hat Man(n)wohl seltener etwas auszusetzen. Aber neben jeder Menge Sex, Drogen und Alkohol steigt „Californication“ vor allem mit seinen genialen Dialogen und einem gut durchdachten Drehbuch über die Mittelmäßigkeit hinweg. Ein gibt eine Fühle von wirklich nennenswerten Dialogen, was mir persönlich zeigt, dass es die Autoren hier wirklich drauf gehabt haben mussten. Ich werd hier nicht auf die einzelnen Charaktere eingehen, am Besten schaut man sich die Serie selber an und lernt sie kennen. Es lohnt sich wirklich, Beschwerden können sonst gern an mich gerichtet werden.
Ich bin jedenfalls auf die zweite Staffel gespannt.

Fazit: David Duchovny überzeugt durchweg als „analoger Mann in einer digitalen Welt“. Provokant, vulgär, oberflächlich und unheimlich anrührend zugleich, so kann man es überall schon lesen und so ist es auch.

wertung 9

Kurz beleuchtet: 28 Days Later

•23. Juni 2009 • 3 Kommentare

28_days_later

„Was ich während der vier Wochen der Epidemie sah, war: Menschen töten Menschen. Genauso wie ich es in den vier Wochen vor der Epidemie sah, und in denen davor, und in denen davor.“

Gestern hab ich darüber geschrieben das ich nicht besonders gerne Horrorfilme gucke. Das möchte ich nun noch einmal genauer spezifizieren. Ich mag besonders keine Zombiefilme. In dieser Kategorie kann man wohl die schlechtesten, teilweise sogar unfreiwillig komischten Trashfilme im ganzen Filmgeschäft bestaunen und doch schaffen es ab und zu auch mal ein paar gute Werke das Tageslicht zu erblicken.
„28 Days Later“ von Danny Boyle (The Beach, Slumdog Millionär) ist eines dieser Werke und darf sich nun neben „Dawn of the Dead“ zu den wenigen von mir nicht verachteten Zombiestreifen gesellen. Und bevor einer fragen sollte, nein, ich hab die ganzen Klassiker wie „Braindead“ oder Romeros „Night of the Living Dead“ nocht nicht geschaut. Wenns danach geht waren es grad mal eine Hand voll anderer, aber egal.

Den Plot gibts hier mal in der Copy-Paste-Fassung:

Bei einer Aktion militanter Tierschützer wird in London ein tödlicher, sich rasend schnell verbreitender Virus freigesetzt, der friedliche Menschen innerhalb von Sekunden in mörderische Bestien verwandelt. 28 Tage nach der Katastrophe machen sich vier Überlebende auf den Weg nach Manchester, wo eine kleine Armee-Einheit angeblich Herr der Lage sein soll. Die Reise durch das verwüstete Großbritannien erweist sich als überaus gefährlich. Auf der Militärbasis angekommen, müssen Jim, Selina, Hannah und Frank erkennen, daß das schlimmste erst noch vor ihnen liegt.

Der Film bietet einfach viel mehr als seine Genrekollegen. Eine dichte Atmosphäre, die ab und zu von „sicheren“ Momenten unterbochen wird. Grund dafür trägt sowohl die tolle musikalische Untermalung, als auch beeindruckende Bilder Englands. Schade find ich nur das man kein Luftbild vom zerstörtem Manchester zu sehen bekommt, aber darüber seh ich mal hinweg.

Das einzige große Manko an „28 Days Later“ sind seine teils unüberzeugenden Schauspieler. Es fehlt ihnen einfach an Glaubwürdigkeit und das hat bei mir ein wenig die Stimmung verdorben. Auch die Charakterentwicklung gestaltet sich sehr abenteuerlich, besonders bei Hauptfigur Jim (Cillian Murphy) find ich es sehr extrem. Vom Softy-Weichei zum Steven Seagal für Arme? Nein, danke.

Trotzdem macht der Film alles in allem nicht schlecht. Die Zombies sind schnell zu Fuss, sehen passabel aus und lüstern nach jedem menschlichen Fleisch. Das ist mir lieber als die träge Variante und bringt ein wenig Geschwindigkeit ins Filmchen. Außerdem find ich es gut, dass man so einigen skurilen Mist wie schwangere Zombies oder mutierte Tiere a lá „Resident Evil“ außen vor gelassen hat. Ist nur mein persönlicher Geschmack, aber ich find es besser so.
Die Hintergrundstory kann man ruhig mehr auslatschen wenns nach mir geht, aber es passt auch so.

Fazit: Zombie-Action in gehobener Kategorie. Tolle Atmosphäre, aber gibt dem Zuschauer zwischendurch immer kleine Lichtblicke auf ein Happy End. Auch mal für Nicht-Zombie-Freunde anschaubar.

wertung 7

Neue Bilder von Tim Burtons Alice im Wunderland

•22. Juni 2009 • 6 Kommentare


(Disney Enterprises Inc.)

Omg omg omg, wie verdammt geil sind die Bilder denn bitte?! Ich freu mich wie ein frisch paniertes Schnitzel auf den Film. Ist ja eigentlich ein offenes Geheimnis, dass der gute Judge und meine Wenigkeit riesige Tim Burton Fans sind. Für mehr schöne Bilder ruhig die USA Today besuchen. Ich muss mich jetzt erst einmal beruhigen.

P.S.: Die Kritik zu „Big Fish“ von Burton folgt in den nächsten Tagen übrigens auch noch.

Kurz beleuchtet: 30 Days of Night

•21. Juni 2009 • 3 Kommentare

30 Days of Night

„Wenn der Mensch auf eine Macht trifft, die er nicht zerstören kann, dann zerstört er sich selbst.“

Ich möchte es gleich mal anmerken, ich bin kein großer Horror-Fan. Das liegt vor allem daran, dass der größte Teil meiner bisherigen Horrorfilme einfach katastrophal schlecht waren und ich wenigstens einen Hauch von Story in einem Film wiederfinden will, was im ganzen Genre wohl nicht so sehr gewünscht wird. Auf jeden Fall überkam mich heute ein seltsamer Wille nach einem eben dieser Streifen und „30 Days of Night“ setzte inzwischen schon fast Staub an, genau so wie „Texas Chainsaw Massacre“, der bei mir auch schon ewig unangerührt im Regal steht. Meine Erwartungen waren nicht allzu hoch, weil ich die allgemeine Kritik ja schon kannte, aber ich muss sagen, das er besser als angenommen war.

Im Film geht es um die Kleinstadt Barrow (Alaska), der nördlichsten Stadt der USA, die weit ab jeglicher anderer Zivilisation liegt. Dort stehen die alljährlich zum Winter kommenden 30 Tage ununterbrochene Dunkelheit an. Kurz vorher passieren merkwürdige Verbrechen und kündigen damit das Grauen an, was bald kommen soll. Eben Oleson (Josh Hartnett) ist Sheriff in Barrow und wird die nächsten Tage einiges zu tun bekommen. Die Grundgeschichte ist damit schnell erzählt.

Atmosphäre wird sehr schön aufgebaut in den ersten 20 Minuten, die Charaktere oberflächlich vorgestellt.  Das Setting ist für so eine Geschichte wirklich gut passend, die Vampire mal etwas anders, aber immer noch recht ansprechend und teilweise sieht man dem Film die Vorlage aus den Comics an. Soweit passt das schon mal. Doch jetzt kommen die „Aber´s“.
Warum zur Hölle verzichtet man denn immer auf eine durchdachte Geschichte. Ich versteh das einfach nicht. Man hätte story-technisch einiges mehr machen können. Wenn jemand weiß ob sich aus den Comics oder den Büchern mehr zur Hintergrundgeschichte ergibt, das wär das schön wenn er es mir sagen würde.  So bleibt es ein reines „Das ist so wie es ist“-Metzelfilmchen.
Ein zweites „Aber“ gibts noch für den Schluss. Wirklich schreckliches Ende. Diese einsamer Held Masche ist doch sowas von ausgelutscht und passt so überhaupt nicht zu Josh Hartnett. Der ist mehr der nette Junge von nebenan. Was ebenfalls überhaupt nicht geht sind die riesigen Zeitsprünge die im Film gemacht werden. Teilweise vergehen mehrere Tage von der einen Kameraeinstellung zur Nächsten. Die Leute haben sich dann kein Stück verändert und auch sonst wohl nichts gemacht außer Tag für Tag still auf ihrem Platz zu sitzen. Dadurch geht dann aber auch die wirklich letzte Spannung flöten. Wenn man darüber hinwegschauen kann, dann ist der Streifen ganz gut anschaubar. Einige sehr nette Kameraeinstellungen sind das alleine schon wert (siehe Kameraflug über die Strasse).

Fazit: Netter Survival-Horror mit anfänglich guter Atmosphäre, die dann leider schnell das zeitliche segnet, und einer Menge ungenutztem Story-Potential.

wertung 6

Der Versuchung erlegen

•15. Juni 2009 • 2 Kommentare

twitter_banner

Ja, ich habs nun auch gemacht …

In der Zange ist jetzt bei Twitter vertreten. Also fein auf das kleine Bildchen rechts unten in der Sidebar drücken und Follow Me!

Kurz beleuchtet: Donkey Punch

•10. Juni 2009 • 5 Kommentare

donkey-punch-header

Als ich gerade so über die nächsten DVD Releases meinen Blick schweifen lasse, da sticht mir doch ein Titel direkt ins Auge. „Donkey Punch“ erscheint nun am Freitag auch im deutschen Handel und da bietet sich eine kleine Beleuchtung doch an. Also meine UK Fassung aus dem Regal geholt und mir den Film noch einmal zu Gemüte geführt. Doch die Meinung zum Film bleibt gleich. Man hätte mehr schaffen können.

Die Geschichte baut auf einem Sexmythos aus dem Internet auf. Der sogenannte Donkey Punch ist ein Schlag aufs Genick kurz vor dem Höhepunkt, der die Lust steigern soll. Die drei jungen und attraktiven Engländerinnen Lisa, Tammi und Kim hätten wohl kaum geglaubt, das ihnen diese Sexpraktik mal zum Verhängnis wird. Sie machen auf Mallorca Urlaub und lernen ein paar Jungs auf einer Party kennen. Schlussendlich finden sie sich mitten auf dem Meer auf einer Jacht wieder und feiern dort mit Sean, Bluey, Josh und Marcus mit einer Menge Drogen, Alkohol und Sex. Letzteres führt zum Tod eines Mädchens durch den Donkey Punch und damit gerät die ganze Sache ins Rollen.

„Donkey Punch“ ist ein interessanter Teeni-Survival-Thriller, wenn man so will. Das er teilweise sogar mit Horror betitelt wird find ich etwas wild, aber ok. Einige kleinere Psycho-Horror Elemente sind meinetwegen drin. Erstmalig wurde der Streifen auf dem Sundance Festival 2008 gezeigt und erntete auch da eher zwiegespaltene Kritik. Ich für meinen Teil fand ihn gar nicht mal so übel.
Der Selbsterhaltungsdrang wird ja in vielen genre-ähnlichen Filmen angegangen und „Donkey Punch“ ist da jetzt keine Ausnahme. Keiner der Teilnehmer des ausufernden „Horror“-Trips möchte ins Gefängnis, geschweige den Sterben und dafür tun sie alles. Keiner ist mehr unschuldig und keiner kann mehr so in sein früheres Leben zurück. Schade nur, dass diese Verwandlung so oberflächlich angegangen wird.

So ein klein wenig erinnert mich der Film an „The Descent“ nur ohne Monster. Die Klaustrophie ergibt sich hier durch die Enge des Schiffes und die Ausweglosigkeit durchs Meer. Bloß die Qualität kommt nicht ganz an „The Descent“ ran, obwohl hier später nicht Badewannen voll mit Blut auf den Zuschauer los gelassen werden. Find allgemein die Gewalt in dem Film noch in den Grenzen, vielleicht bin ich aber inzwischen aber auch ein anderes Niveau an Blutmengen und Leichen gewohnt. Das 18-er Rating kommt wohl eher wegen der längeren und einsichtsreichen Sexszene.
Nennenswert sind hier auch noch der gute Soundtrack und die zwar unbekannten, aber doch souverän spielenden Schauspieler, die im wahrsten Sinne alles geben.

Fazit: Alles in allem ein durchweg guter Survival-Thriller, der an der Oberfläche der menschlichen Abgründe kratzt, aber weder genügend Spannung noch genügend Neues bietet.

wertung 5

Kurz beleuchtet: Vorbilder?!

•28. Mai 2009 • Kommentar schreiben

Vorbilder

- „Hey, schickes Kuhkostüm du Schwuchtel! Wo kriegt man denn sowas her? Im Tuntenzoo?“
- „Ohh, nein das ist keine Kuh, das ist ein Minotaurus, eine mystische Kreatur, und er hat es aus dem Kleiderschrank deiner Mutter“
- „Ich darfs behalten weil ich sie gebummst hab.“

Sean William Scott hat meines Erachtens nach außer in seinem Debüt im ersten „American Pie“ und vielleicht noch in „Welcome to the Jungle“, neben dem einzigartigen Dwayne „The Rock“ Johnson (beleidigt mich ruhig), in keinem wirklich, ich sag mal, „besseren“ Film mitgewirkt. Auch „Vorbilder“ ist da nicht wirklich die Ausnahme von der Regel.

Hier erstmal die Story als Presseversion:

Danny (Paul Rudd) und Wheeler (Seann William Scott) sind vorbildliche Chaoten, die legale chemische Stimulanzien in Form von Energy-Drinks an Schulkinder verkaufen. Als sie einen Firmenwagen zu Schrott fahren, müssen sie statt einer Haftstrafe 150 Stunden Sozialarbeit im Mentorenprogramm „Sturdy Wings“ ableisten. Leider erweisen sich die Kids, die Danny und Wheeler unter ihre Fittiche nehmen sollen, als weltfremde Freaks – und die ehemals kokain- und alkoholsüchtige Programmleiterin (Jane Lynch) als knallharte Tyrannin. Wollen die beiden Straftäter nicht doch noch im Knast landen, müssen sie Verständnis für ihre Schützlinge entwickeln und beweisen, dass sogar der größte Versager ein Kind erziehen kann.

Der Film bietet wenig neues. Sicher, die Idee mit der Rollenspielparodie ist ganz witzig und der finale „Kampf“ ist eigentlich richtig nett, aber eine Komödie hat für mich einfach nur die Aufgabe zu unterhalten und lustig zu sein. Ich hab mir bereits 1-2 andere Kritiken durchgelesen und öfter war mal die Rede davon, dass „Vorbilder“ deswegen originell sei, weil es wenig platte Witze und schlechte Gags gibt. Das stimmt sogar, aber die witzigen Stellen allgemein lassen sich an einer Hand abzählen. Die ganze Sache ist mir viel zu minimalistisch gehalten.

Schauspielerisch ist hier gar nicht so schlecht besetzt worden. Sean William Scott („Ey man, wo ist mein Auto“) und Paul Rudd („Nachts im Museum“) spielen souverän, aber von ihnen wird hier auch keine schauspielerische Meisterleistung gefordert/erwartet. Christopher Mintz-Plasse aka McLovin find ich ja allein schon wegen „Superbad“ ganz klasse, bin mal gespannt was man von dem noch erwarten kann. Auch wenn er wie hier wohl noch öfters die Rolle des Voll-Losers spielen muss, weil er einfach wie ein lebendes Klischee des Vollidioten aussieht.
Und ich mag Elizabeth Banks. Einfach nur weil sie mal bei „Scrubs“ mitgespielt hat und allein deswegen schon genial ist.

Fazit: Ein bisschen langweilig kommt „Vorbilder“ daher. Und obwohl man niveauvoller sein will als andere Hollywood-Komödien, ist man doch nur öder und das Ablaufschema ist mal wieder wie gemeißelt. 0815-Story und Ideenlosigkeit wird zur Zeit einfach groß geschrieben. Also nicht Neues im Staate Kalifornien. Ein Film wie jeder andere. Kann man sich aber trotzdem mal anschauen.

wertung 4.5