Warum immer Actionfilme schauen, wenn es auch ein schöner Horrorfilm sein kann

[REC], Martyrs

Horrorfilme! Was denken viele bei diesem Genre?

Vermutlich Unrealismus pur oder auch einfach nur sinnlos und entbehrlich.

Und genau das sind Horrorfilme nicht!

Horrorfilme sind mehr als nur das. Das Genre ist eines der Besten, die es gibt. Doch warum?

Ich werde versuchen es euch an 2 Beispielen klar zu belegen!

Zuerst Martyrs (2008).
Ein französischer Horrorfilm, nein, jetzt nicht abschalten, sondern dran bleiben!
Martyrs ist nicht zu vergleichen mit „Inside“ (2007), „High Tension“ (2003) oder „Frontiers“ (2007).
Er ist erwachsen, raffiniert und böse.

„Frankreich, Anfang der 70er-Jahre, ein verlassenes Industriegelände. Keine Menschenseele ist zu sehen, als sich die zehnjährige Julie schreiend und blutend durch die staubigen Straßen schleppt, dem Wahnsinn nahe, auf der Flucht vor unbekannten Peinigern. Als sie endlich aufgefunden wird, weist ihr geschundener Körper die Merkmale monatelanger Entbehrungen auf, aber keinerlei Anzeichen sexueller Gewalt. Das Mädchen wird in ein Krankenhaus eingewiesen. Täter und Motiv bleiben im Dunkeln. 15 Jahre später klingelt es an der Tür einer vierköpfigen Familie.“

Moviepilot.de

Aber was macht diesen Film jetzt besonders, oder warum hebt er sich ab von der breiten Masse? Ganz einfach, er ist anders!
Viele neuartige Horrorfilme zielen darauf ab, dem Zuschauer das genaue Abtrennen von Körperteilen zu zeigen oder wie man am Besten ein ungeborenes Kind mit einer Schere zur Welt bringt.
Nein, das alles will Martyrs nicht.
Der Film geht tief in die menschlichen Abgründe und zuerst verwirrt es einen so einer extentielle Frage an den Kopf geworfen zu bekommen, und das noch in einem Horrorfilm.
Aber auch hier wird man nicht verschont, ausreichend Blut und physische Gewalt sorgen dafür.
Den ganzen Film über denkt man nur: „Wie kann nur so was auf Film gebannt worden sein?“.
Man schaut den Film nicht einfach, sondern man erlebt ihn und genau das macht ihn so gut, man fühlt mit der Protagonistin mit und fast erfährt man die gleiche Qual.

Was zum Schluss dabei herauskommt ist erschreckend und ist so nicht zu erwarten gewesen. Der Film hallte unendlich lange nach. Selbst am Tag darauf dachte man noch darüber nach und auch heute noch plagt mich der Streifen streckenweise und ich bin am überlegen.
Der Regisseur Pascal Laugier konnte nach einigen anderen nicht nennenswerten Projekten mit Martyrs 2008 endlich seinen Durchbruch feiern. Auch die Hauptdarstellerinnen Morjana Alaoui und Mylène Jampanoï (Die Purpurnen Flüsse 2) durften sich über ihre ersten großen Rollen freuen. Neues Blut braucht die Filmwelt, vor allem Französisches im Horrorgenre. Denn das diese Komination passt, hat Martyrs mal wieder allzu gut bewiesen.

Der zweite Film den ich vorstellen möchte, ist ein spanischer Horrorfilm.
[REC] ist mit nichts zu vergleichen. Es gibt kein entsprechendes Pendant. Viele Leute vergleichen [REC] mit „The Blairwitch Project“ oder „Cloverfield“, zu Unrecht. Diese Filme haben absolut gar nichts überein, außer vielleicht die Kameraperspektive.
Und genau da setzt die Stärke des Films ein, man erlebt den Film, man ist dabei:

„Ein Routinejob, weiter nichts. Fernsehmoderatorin Angela Vidal und ihr Kameramann Pablo wollen eigentlich nur eine Nacht lang den Alltag der Männer einer Feuerwache dokumentieren. So denken sie sich nichts weiter, als die Feuerwehrmänner zu einem Routine-Einsatz in ein altes Mietshaus gerufen werden, wo sie der Polizei die Tür zu einer Wohnung öffnen sollen, aus der Schreie zu hören sind. Doch dann werden sie in der Wohnung von einer blutverschmierten Frau angegriffen, ein Polizist wird schwer verletzt. Flucht ist unmöglich, denn mittlerweile hat die Polizei das Gebäude weiträumig abgesperrt. Fernsehteam, Beamte, Feuerwehrmänner und Mieter sind gefangen in dem Haus. Dann bricht die Hölle los…“

Moviepilot.de

Klingt im ersten Moment nicht sehr spannend, aber der Streifen beweist einem schnell das Gegenteil.
Der Film spielt mit seinen Protagonisten und nicht zuletzt auch mit den Zuschauern. Die quälende Ungewissheit lässt beide Seiten verzweifeln.
Schockeffekte sind in dem Film so gut gesetzt wie in keinem anderen. Die sich aufbauende Spannung erinnert teilweise an den ersten Teil der inzwischen ziemlich strapazierten Saw-Reihe.
Besonders das Ende bildet einen der Schlüsselpunkte des Filmes. Denn die Handlung der letzten 10 Minuten ist kaum an Spannung zu übertreffen.

Regie führten Jaume Balagueró (The Nameless, Fragile) und Paco Plaza (Xmas Tales). Auch wenn diese beiden Namen den meisten bisher kein Begriff sein wird, so werden wir in der Zukunft wohl noch mehr von diesen Jungs hören. [REC]² ist bereits in der Mache.
Auch die Darsteller haben zumeist ihr Filmdebüt in [REC] oder sind in eher unwichtigen Filmen zu begutachten. Trotzdem machen besonders sie diesen Film so authentisch. Auch hier zeigt sich das Hollywood noch einiges von seinen ausländischen Konkurrenten lernen kann.

Das Horrorgenre steht im Wandel. Es geht weg vom künstlichen Splatter-Gore-Horror-Film zum authentischen Reality-Schocker. Auch Freunde andere Genres werden jetzt mehr ihren Spass an diesen Filmen haben. Die Authentifikation mit der Handlung und den Darstellern machen diese Filme zu was ganz besonderes. Man ist dabei, man erlebt den Horror am eigenen Leib.

Beide Filme, egal wie verschieden sie sind, sind auf jeden Fall eindeutige Must-See´s.

Also:  „Anschauen, erleben und zu Tode gruseln!

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~ von Judge - 29. April 2009.

Eine Antwort to “Warum immer Actionfilme schauen, wenn es auch ein schöner Horrorfilm sein kann”

  1. Große Zustimmung meinerseits, beides wunderbare Filme ;)
    Martyrs will ich irgendwann nochmal sehen, aber hab mich bisher nicht getraut…die letzte halbe Stunde hab ich eh noch so richtig im Gedächtnis ^^
    Aber ihn als Horrorfilm zu bezeichnen find ich etwas verkehrt, aber das liegt wohl eher daran, dass der Begriff sehr weit gedehnt wird und subjektiv zu anderen Ergebnissen führen kann. (Rec hätte ich eher als Horror bezeichnet z.B.)

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