Kritik: Semi-Pro

semipro

„Los, brecht in Panik aus, wie auf der Titanic, nur mit Bär voraus!“

Die Liste der Sportkomödien ist lang und wird von Jahr zu Jahr immer länger. Ob nun Ben Stiller in „Dodgeball“, Adam Sandler in „Spiel ohne Regeln“ oder Jack Black als wrestelnder Priester im mehr als nur traurigen „Nacho Libre“, wenige schaffen es auf annehmbares bis gutes Niveau. Das Will Ferrell gern und häufig zu diesem Genre beiträgt dürfte ja inzwischen bekannt sein, aber ob auch Semi-Pro mit seinen anderen Filmen mit halten kann, stell ich erstmal dahin.

Die Story von „Semi-Pro“ ist recht einfach gestrickt. Der Film spielt im Jahr 1976 und handelt von Jackie Moon (Will Ferrell), einem ehemaligen Superstar, der sich durch seinen einmaligen Hit „Love Me Sexy“ sein eigenes Basketball-Team, die Flint Tropics, kauft und mehr schlecht als recht versucht, mit diesen in der ABA (American Basketball Association) durchzustarten. Jackie Moon ist jedoch nicht nur Besitzer, sondern auch Starspieler und Promoter der Tropics und so versucht er natürlich alles dran zu setzen, dass sein Team bei der anstehenden Fusion von ABA und NBA nicht zu kurz kommt. Doch da nur die besten 4 Teams in die NBA übernommen werden und die Tropics im Tabellenkeller stehen, sieht sich Jackie einer schwierigen Aufgabe gegenüber.

Will Ferrell versucht sich nach „Ricky Bobby“, „Die Eisprinzen“ und „Kicking & Screaming“ nun an seiner 4. Sportkomödie und wie ich Google entnehmen konnt, war das nun wohl seine Letzte. Auf jeden Fall lässt sich sagen, dass „Semi-Pro“ ungefähr auf einer Länge mit den Eisprinzen liegt, was Witz und Story angeht. „Ricky Bobby“ war jedoch schon eine klare Nummer besser. Nur im Vergleich zu „Kicking & Screaming“ kann ich im Moment noch nichts sagen, da das der einzige mir unbekannte Film ist. Jedenfalls soll sich die Figur und die Story in ähnlicher Weise am geschätzten „Anchorman“ anlehnen. Der Film steht jetzt erstmal auf meiner To-Do-Liste für die nächsten Wochen, werd schauen ob der Vergleich stand hält.

Ich gebs ja offen zu. Ich bin halt Ferrell Fan. Auch wenn der gesamte Film, wie auch hier, nur Mittelmaß ist, so kann ich mich doch jedes Mal kaum halten, wenn der wohl unerotischte Mann Hollywoods wieder seine absolut bekloppten Aktionen reißt. Spätestens ab „Old School“, wo er als Frank the Tank nackt durch die Straßen flitzt oder als durchgeknallter Hochzeits- und Beerdigungscrasher Chaz in „Die Hochzeitscrasher“ nach seinem Hackbraten schreit, muss jeder ihn lieb haben. Er weiß was er ist und wie er bei den Leuten ankommt und genau deshalb ist er so sympathisch.

Drehbuchautor war Scot Armstrong, der auch schon für Filme wie „Old School“ und „Nach 7 Tagen ausgeflittert“ die Feder geschwungen hat. Leider ist der Aufbau der Story einfach zu sehr nach dem 0815-Schema (Problem, Problem wird angegangen, Problem fast gelöst, erneuter kompletter Zurückwurf / Katastrophe, „dramatischer“ Wendepunkt, Friede-Freude-Eierkuchen-Ende) um wirklich gut sein zu können und sagen wir es mal so, wäre Ferrell nicht in der Hauptrolle gewesen, so hät man mit dem Film absolut gar nichts anfangen können.
Der Streifen lebt von seiner Figur und seinem Witz. Musste oft wirklich laut lachen und das ist ja eigentlich die Hauptsache bei einer Komödie.
Regie führte übrigens Kent Alterman, der bisher nur an der Produktion von „Balls of Fury“, einer Tischtennis-Parodie, beteiligt war.

Der Cast von „Semi-Pro“ kann sich auf jeden Fall auch sehen lassen. Woody Harrelson („Natural Born Killers“) spielt Monix einen Ex-NBA Star, der dem Team der Flint Tropics wieder auf die Beine helfen soll. Auch die stets irgendwie angepisst guckende Maura Tierney aus der Serie „Emergency Room“ und Andy Richter spielen mit, auch wenn in wenig wichtigen Rollen. Achso und natürlich Jackie Earle Haley in der genialen Nebenrolle des komplett zugedröhnten Dukes. Ich sag nur: „I want my Money“. Trotzdem steht und fällt der Film einzig und allein mit Ferrell.

„Let’s get Tropical!“

Fazit: Sicher ist „Semi-Pro“ kein Meilenstein der Komödiegeschichte, aber wer sowas von vorn herein erwartet ist doch selber schuld. Nein, jetzt mal ehrlich. Die Witze sind gut und das Setting solide und glaubwürdig. Die Komödie wird hier nicht neu erfunden und mit anderen Filmen von Will ist man teilweise sogar besser dran, aber für Zwischendurch ist das Filmchen sicher zu „ertragen“. Und bitte in der Uncut Version gucken!

wertung 5

Angehängt hab ich übrigens noch den schönen Superhit, der Jackie Moon reich gemacht hat, wenn auch nicht auf moralisch gutem Wege.

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~ von Die Zange - 26. Mai 2009.

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