Kurz beleuchtet: 28 Days Later

28_days_later

„Was ich während der vier Wochen der Epidemie sah, war: Menschen töten Menschen. Genauso wie ich es in den vier Wochen vor der Epidemie sah, und in denen davor, und in denen davor.“

Gestern hab ich darüber geschrieben das ich nicht besonders gerne Horrorfilme gucke. Das möchte ich nun noch einmal genauer spezifizieren. Ich mag besonders keine Zombiefilme. In dieser Kategorie kann man wohl die schlechtesten, teilweise sogar unfreiwillig komischten Trashfilme im ganzen Filmgeschäft bestaunen und doch schaffen es ab und zu auch mal ein paar gute Werke das Tageslicht zu erblicken.
„28 Days Later“ von Danny Boyle (The Beach, Slumdog Millionär) ist eines dieser Werke und darf sich nun neben „Dawn of the Dead“ zu den wenigen von mir nicht verachteten Zombiestreifen gesellen. Und bevor einer fragen sollte, nein, ich hab die ganzen Klassiker wie „Braindead“ oder Romeros „Night of the Living Dead“ nocht nicht geschaut. Wenns danach geht waren es grad mal eine Hand voll anderer, aber egal.

Den Plot gibts hier mal in der Copy-Paste-Fassung:

Bei einer Aktion militanter Tierschützer wird in London ein tödlicher, sich rasend schnell verbreitender Virus freigesetzt, der friedliche Menschen innerhalb von Sekunden in mörderische Bestien verwandelt. 28 Tage nach der Katastrophe machen sich vier Überlebende auf den Weg nach Manchester, wo eine kleine Armee-Einheit angeblich Herr der Lage sein soll. Die Reise durch das verwüstete Großbritannien erweist sich als überaus gefährlich. Auf der Militärbasis angekommen, müssen Jim, Selina, Hannah und Frank erkennen, daß das schlimmste erst noch vor ihnen liegt.

Der Film bietet einfach viel mehr als seine Genrekollegen. Eine dichte Atmosphäre, die ab und zu von „sicheren“ Momenten unterbochen wird. Grund dafür trägt sowohl die tolle musikalische Untermalung, als auch beeindruckende Bilder Englands. Schade find ich nur das man kein Luftbild vom zerstörtem Manchester zu sehen bekommt, aber darüber seh ich mal hinweg.

Das einzige große Manko an „28 Days Later“ sind seine teils unüberzeugenden Schauspieler. Es fehlt ihnen einfach an Glaubwürdigkeit und das hat bei mir ein wenig die Stimmung verdorben. Auch die Charakterentwicklung gestaltet sich sehr abenteuerlich, besonders bei Hauptfigur Jim (Cillian Murphy) find ich es sehr extrem. Vom Softy-Weichei zum Steven Seagal für Arme? Nein, danke.

Trotzdem macht der Film alles in allem nicht schlecht. Die Zombies sind schnell zu Fuss, sehen passabel aus und lüstern nach jedem menschlichen Fleisch. Das ist mir lieber als die träge Variante und bringt ein wenig Geschwindigkeit ins Filmchen. Außerdem find ich es gut, dass man so einigen skurilen Mist wie schwangere Zombies oder mutierte Tiere a lá „Resident Evil“ außen vor gelassen hat. Ist nur mein persönlicher Geschmack, aber ich find es besser so.
Die Hintergrundstory kann man ruhig mehr auslatschen wenns nach mir geht, aber es passt auch so.

Fazit: Zombie-Action in gehobener Kategorie. Tolle Atmosphäre, aber gibt dem Zuschauer zwischendurch immer kleine Lichtblicke auf ein Happy End. Auch mal für Nicht-Zombie-Freunde anschaubar.

wertung 7

Advertisements

~ von Die Zange - 23. Juni 2009.

3 Antworten to “Kurz beleuchtet: 28 Days Later”

  1. Yep, sehr netter Zombieflick. Besonders die erste Filmhälfte ist grandios!

  2. Stimmt, das Ende war eher mäßig. Aber menschenleere Großstädte sind schon sehr nett, obwohl ichs in I Am Legend noch beeindruckender fand.

  3. Ja aber bei I AM Legend war auch mehr Geld dahinter, also ich fand es schon ziemlich cool was Danny Boyle da gemacht, was aber auch gleichzeitig sein bester Film war.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: